Nach dem 1. März erlaubt: Was Sie bei Bäumen und Sträuchern noch tun dürfen
Die gute Nachricht: Ja, einiges ist erlaubt – und oft sogar notwendig, um Sicherheit und Gesundheit Ihrer Pflanzen zu gewährleisten.
Warum gibt es die Schutzzeit?
Zwischen dem 1. März und dem 30. September gilt laut Bundesnaturschutzgesetz ein besonderer Schutz für brütende Vögel, Insekten und andere Tiere. Ziel ist es, Lebensräume in der Brutzeit nicht zu stören.
Verboten sind:
Radikale Rückschnitte oder „auf den Stock setzen“
Fällungen von Hecken oder Gehölzen mit Nestern
Flächenräumungen, die Lebensräume zerstören
Erlaubt bleiben:
Pflegemaßnahmen zur Sicherheit und Gesunderhaltung
Kontrollgänge und gezielte Eingriffe ohne Störung von Brutstätten
Diese Maßnahmen sind nach dem 1. März zulässig
🌿 Totholz entfernen
Abgestorbene Äste stellen ein Sicherheitsrisiko dar und können Krankheiten übertragen. Das Entfernen schützt Mensch und Pflanze – sofern keine Tiere gestört werden.🌳 Lichtraumprofil freistellen
Über Straßen, Wegen oder Einfahrten müssen Äste zurückgeschnitten werden, um Verkehrssicherheit zu gewährleisten.✂️ Pflegeschnitt
Leichte Auslichtungsschnitte zur Förderung von Luft, Licht und gesundem Wachstum sind erlaubt – besonders bei kranken oder beschädigten Ästen.🔍 Baum- und Strauchkontrolle
Regelmäßige Sichtkontrollen auf Schädlinge, Krankheiten oder Stabilitätsprobleme sind sinnvoll und zulässig.
Ausnahme: Obstbäume und Beerenobst
Obstgehölze gelten als kulturpflanzlich genutzte Pflanzen und unterliegen besonderen Schnittregeln. Sie dürfen auch nach dem 1. März gepflegt werden – unter Berücksichtigung der Art und des Schnittziels.
Unterschiede nach Obstart
Obstart | Empfohlene Schnittzeit | Begründung |
|---|---|---|
Apfel, Birne | Februar–März | Gute Sicht auf Struktur, wenig Saftdruck |
Kirsche, Pfirsich | Juli–August | Weniger „bluten“, bessere Wundheilung |
Beerenobst | März–April oder Sommer | Je nach Art und Ertragserwartung |
Warum Sommer bei Kirsche & Co?
Steinobst wie Kirsche kompensiert Schnittmaßnahmen im Sommer besser. Der Saftdruck ist geringer, die Wundheilung schneller, und das Risiko für Pilzinfektionen sinkt. Zudem ist die Aststruktur nach der Ernte gut sichtbar, was gezielte Eingriffe erleichtert.
Praktische Tipps für den Schnitt
Vor dem Schnitt prüfen: Gibt es Nester oder brütende Vögel? Dann lieber warten.
Werkzeuge sauber halten: Saubere Scheren und Sägen verhindern Krankheitsübertragungen.
Nur notwendige Äste entfernen: Ziel ist Pflege, nicht Form oder Styling.
Schnittgut sinnvoll nutzen: Totholz kann als Insektenhabitat aufgeschichtet werden.
Fazit
Auch nach dem 1. März dürfen Bäume und Sträucher gepflegt werden – solange die Maßnahmen naturschutzgerecht und fachlich sinnvoll sind.
Obstgehölze bilden eine Ausnahme: Sie dürfen weiterhin geschnitten werden, angepasst an ihre physiologischen Bedürfnisse.
Ein achtsamer Umgang mit Schnittmaßnahmen schützt nicht nur die Natur, sondern fördert auch die Vitalität Ihrer Pflanzen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen